Nächste Kampagne

Für allgemeine Diskussionen zum Thema Rollenspiel
Merdoc
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Re: Nächste Kampagne

Post by Merdoc »

"Character driven campaign" hört sich gut an, ist aber meiner Meinung nach schwierig "aus dem Stand" zu realisieren.
Ich denke da nur an die Probleme, die wir bei der letzten Harz-Runde hatten, um erstmal uns selber und dann den Plot zu finden.
Aber man soll ja nicht aufgeben.

Wenn wir Charaktere das Ganze treiben sollen, MÜSSEN wir eine gemeinsame Motivation haben, sonst können wir gleich wieder Einzeltermine mit Ralf für die Solokampagnen reservieren. Also sollten wir eine "Group driven campaign" anstreben.
Das Setting/der Hintergrund muss uns dafür das Futter liefern, d.h. wir müssen schon irgendwie wissen, was in "unserer" Welt geht und was nicht.
Um Ziele zu setzen, muss man Positionen bestimmen können.

Ralfs Kompromiss hört sich für mich schon gut an, obwohl es mich vom Grundmotiv auch teilweise an das Jhendor Setting erinnert (das die Götter durch das Bild der Menschen geformt wurden/werden konnten).
Auf "unserer" Welt hat das also dazu geführt, dass GFM normalisiert wurden. Da wir in dieser normalen Welt aufgewachsen sind (sind wir das?), macht uns das wohl erstmal nichts aus.
Die Macht der Technokraten wird vielleicht garnicht mehr bewusst ausgeübt, sondern hat sich verselbstständigt, wurde sozusagen sozialisiert.
Das die Gesellschaft entsprechend zurückhaltend, ggf. müde lächelnd auf Bereiche wie Spiritismus u.ä. reagiert ist ebenfalls normal.

Aber ist das nicht gut, dass man die Götter und andere Normalitätsstörende Kräfte los geworden ist?
Weiss man eigentlich, was für Probleme man mit der Alten Magie hervor holt?
Oder ist unserer Erde doch nicht mehr mit nur technokratischen Mitteln zu helfen?

Das Thema ist sehr dankbar.
Nur müssen wir halt eine gemeinsame Position finden, sonst sieht es schlecht aus mit gemeinsamen Spiel.

P.S.
Für ein wirklich gutes Buch habe ich immer Zeit, aber ich habe echt keine Lust und Zeit mich durch einen Haufen mässigen Durchschnitt zu quälen.
Also drückt mir doch bei m nächsten Treffen was in die Hand.
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Re: Nächste Kampagne

Post by Uthoroc »

Merdoc wrote:"Character driven campaign" hört sich gut an, ist aber meiner Meinung nach schwierig "aus dem Stand" zu realisieren.
Ich denke da nur an die Probleme, die wir bei der letzten Harz-Runde hatten, um erstmal uns selber und dann den Plot zu finden.
Es ist ein Experiment, und es verlangt den Spielern eindeutig mehr ab. Es ist nicht mehr nur ihre Verantwortung, "rollengerecht" auf Situationen zu reagieren, sondern die Geschichte für sich und die anderen Spieler (inklusive GM) voranzutreiben und interessant zu gestalten. Gut wird es, wenn alle harmonieren und ein stimmiges Ganzes dabei herauskommt. Ob wir das schaffen, wird sich zeigen - aber ich möchte es eben wirklich gerne mal probieren.

Wir haben aber auch eindeutig mehr Zeit, als diese eine Wochenende im Harz.
Merdoc wrote:Wenn wir Charaktere das Ganze treiben sollen, MÜSSEN wir eine gemeinsame Motivation haben, sonst können wir gleich wieder Einzeltermine mit Ralf für die Solokampagnen reservieren. Also sollten wir eine "Group driven campaign" anstreben.
Solange es genügend Querverbindungen unter den Charakteren gibt, und jeder bereit ist, andere Charaktere in seine Geschichte einzubeziehen, muss nicht unbedingt ein Gruppenziel da sein. Mortal Coil hat zum Beispiel einen dezidierten Regelmechanismus, mit dem man andere Charaktere (oder den eigenen) in eine Szene einbringen kann - wenn man es denn einigermaßen glaubhaft macht.
Merdoc wrote:Das Setting/der Hintergrund muss uns dafür das Futter liefern, d.h. wir müssen schon irgendwie wissen, was in "unserer" Welt geht und was nicht.
Das macht man in Mortal Coil in der ersten Spielsitzung mit der gemeinsamen Erstellung des "Theme Documents". In dem ist festgelegt, was die Spieler im Spiel haben wollen, und was nicht, was geht und was gar nicht geht. Zu diesem Dokument fügt am im Laufe des Spiels immer mehr Fakten hinzu und definiert so immer feiner, was die Magie kann und nicht kann. Alle Fakten die man hinzufügt, unterliegen aber immer dem Gruppenkonsens, und jeder hat ein Veto-Recht, wenn er oder sie die "Threshold of Credibility" (Schwelle der Glaubwürdigkeit) überschritten oder das Theme Document verletzt sieht.
Merdoc wrote:P.S.
Für ein wirklich gutes Buch habe ich immer Zeit, aber ich habe echt keine Lust und Zeit mich durch einen Haufen mässigen Durchschnitt zu quälen.
Also drückt mir doch bei m nächsten Treffen was in die Hand.
Gerne Englisch? Oder sollte es lieber auf Deutsch sein?
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Re: Nächste Kampagne

Post by gwendon »

Merdoc wrote:Für ein wirklich gutes Buch habe ich immer Zeit, aber ich habe echt keine Lust und Zeit mich durch einen Haufen mässigen Durchschnitt zu quälen.
Also drückt mir doch bei m nächsten Treffen was in die Hand.
Was hat Dir denn (in letzter Zeit) gefallen?
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Re: Nächste Kampagne

Post by gwendon »

Merdoc wrote:Auf "unserer" Welt hat das also dazu geführt, dass GFM normalisiert wurden.
Helft mir mal, irgendjemand steht auf meiner Leitung: Was sind GFM?
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Re: Nächste Kampagne

Post by Uthoroc »

gwendon wrote:Helft mir mal, irgendjemand steht auf meiner Leitung: Was sind GFM?
Götter, Feen, Monster. :D
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Re: Nächste Kampagne

Post by Merdoc »

LOL, der Böse Ralf hats durchschaut :)
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Re: Nächste Kampagne

Post by gwendon »

Uthoroc wrote:
Merdoc wrote:Wenn wir Charaktere das Ganze treiben sollen, MÜSSEN wir eine gemeinsame Motivation haben, sonst können wir gleich wieder Einzeltermine mit Ralf für die Solokampagnen reservieren. Also sollten wir eine "Group driven campaign" anstreben.
Solange es genügend Querverbindungen unter den Charakteren gibt, und jeder bereit ist, andere Charaktere in seine Geschichte einzubeziehen, muss nicht unbedingt ein Gruppenziel da sein. Mortal Coil hat zum Beispiel einen dezidierten Regelmechanismus, mit dem man andere Charaktere (oder den eigenen) in eine Szene einbringen kann - wenn man es denn einigermaßen glaubhaft macht.
Vielleicht kann man das auch durch Regeln unterstützen, mal so als Ideen:

A) Wir einigen uns darauf, dass es keine Einzelszenen gibt oder diese sehr, sehr, sehr selten sind und dann nur mit einem Wurf abgewickelt werden.
Auf diese Art kommen Szenen dieser Art gar nicht vor oder werden kurz abgehandelt.

B) Es gibt Boni / Mali auf die Würfe, je nachdem wieviele Charaktere in einer Szene vorkommen
z.B. Fudge:
1-2 Charaktere: -1
3 Charaktere: 0
4-5 Charaktere: +1

Es muss keine "in game" Erklärung dafür geben, wenn man aber will, kann man es auf Magie oder gutes/schlechtes Karma zurückführen.

C) In einem Abenteuer (oder in einer Spielsitzung) geht es um die Belange oder den Hintergrund eines bestimmten Charakters
Das hört sich erstmal wie ein Widerspruch zum "Gruppenspiel" an, ist es aber nicht: Es gibt eine klare Ansage, dass es in dieser Sitzung beispielsweise um "ich suche den Mörder meines Vaters" von Charakter X geht. Das bedeutet für die anderen Charaktere, dass sie auf dieses Ziel ebenfalls hinarbeiten sollen. Will man so etwas regeltechnisch Umsetzen, könnte man beispielsweise Fudge Punkte für das voranbringen der vorgegebenen Story vergeben. Oder im Fate System könnte man dem Abenteuer einen Aspekt "wir müssen den Mörder von Xs Vater finden" geben. Ein solcher Aspekt kann dann eingebracht werden, um einen Bonus auf die eigenen Würfe zu bekommen. Natürlich kann der Aspekt nur bei Handlungen eingesetzt werden, zu denen er passt.
Merdoc
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Re: Nächste Kampagne

Post by Merdoc »

Hi!

Ich habe mir ein wenig zu Mortal Coil angesehen.
Ein Zitat bei RPGNet war, daß das wohl "eines der Systeme wäre, die dem GM die wenigste Arbeit" machen sollen.
Offensichtlich braucht Ralf eine Verschnaufpause :)

Irgendwie hatte ich ja noch ein paar Einträge vorher davon gesprochen, dass man ja einen gescheiten Hintergrund benötiigt.
Bei MC gibt es ja nix in dieser Art und das wird coolerweise auch noch als Feature verkauft.
Mir ist eigentlich nicht ganz klar, wozu man das System überhaupt braucht.

Ich bin ja gespannt, was das gibt...
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Re: Nächste Kampagne

Post by Uthoroc »

Merdoc wrote: Offensichtlich braucht Ralf eine Verschnaufpause :)
Im Gegenteil, ich brauche eine Herausforderung. Es ist viel schwieriger, aus den gemeinsamen Vorstellungen und Aktionen am Tisch ein kohärentes Ganzes zu zaubern, als ein fertig gebackenes Setting in der Hinterhand zu haben.

Mortal Coil ist eben nur ein 176-Seiten A5 Büchlein, das auch noch zu großen Teilen aus Beispielen besteht, und keine Schrankwand-füllende Reihe aus Hardcover-Regelwerken und Quellenbänden. Das ist - im Gegensatz zu Werken wie D&D und DSA - sehr erfrischend und auch schonend für den Geldbeutel.
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Re: Nächste Kampagne

Post by gwendon »

Merdoc wrote:Irgendwie hatte ich ja noch ein paar Einträge vorher davon gesprochen, dass man ja einen gescheiten Hintergrund benötiigt.
Bei MC gibt es ja nix in dieser Art und das wird coolerweise auch noch als Feature verkauft.
Mir ist eigentlich nicht ganz klar, wozu man das System überhaupt braucht.
Das ist so eine Zen Koan Sache für Rollenspiele, Grashüpfer: Wie spielt man ein settingloses System?

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