Eine kurze Biographie von Abigail Feolas la Fey

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Macalla
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Eine kurze Biographie von Abigail Feolas la Fey

Post by Macalla » Fri Aug 21, 2015 2:24 pm

Abigail Feolas la Fey

Ich bin ein Kind der Wälder, ein Kind der Pflanzen und Tiere und Wässer, ein Kind von Himmel und Erde. Ich bin ein Kind meiner Eltern und der Hochdruidin, ein Kind der Natur. Ich bin Natur! Das sind die wichtigsten Worte, welche wir Elfen vom Stamm der Verkünder der Jahreszeiten in unseren Herzen tragen. Ohne Leben wäre die Welt ein toter Ort!

Meine Kindheit war lang und unbeschwert, gleichwohl wir noch jung an Jahren die Welt um uns herum spielerisch entdecken, verstehen und respektieren lernen. Abenteuer erleben mit Geschwistern und Freunden war mir der liebste Zeitvertreib. Kein Baum war zu hoch, kein Fluss zu tief, kein Weg zu weit, kein Berg zu steil, als dass wir sie nicht hätten überwinden können. Die unbekümmerte Freiheit der Jüngsten waren Schätze, die gleich oben im nächsten Baum, im nächsten Busch, unter dem nächsten Stein auf uns warteten. Es waren meine Eltern die mir dann als Jugendliche den Weg wiesen, immerwährende Dankbarkeit bringe ich ihnen dafür entgegen. Ich fühlte mich gefangen zwischen sorgenfreien Kindertagen und Jahren der Verantwortung, die nun vor mir lagen. Mutter und Vater haben mich befreit. Monnaghan, der Druide unseres Stammes, war mein spiritueller Führer. Er lehrte mich die Geschichte unseres Volkes, weihte mich in seine Geheimnisse ein und half mir, die Stimme Der Elfenkönigin und die meiner Brüder und Schwestern zu verstehen. Stets weiser Ratgeber und Vertrauter, war er es, der mir von der Welt jenseits der Grenzen unserer Wälder berichtete und damit meine bis heute ungezügelte Neugier weckte. Schon bald nachdem ich das Seanóir-Ritual abgelegt hatte, verließ ich die schützenden Wälder der Heimat und machte mich auf, die Welt zu entdecken. Es sollte die Reise meines Lebens werden, ich sollte die Welt erleben.

Mein Weg führte mich nach Norden, nach Neuhafen. Schon von weitem sah ich zum ersten Mal die Silhouette einer Stadt, mit Häusern aus Stein die bis in die Wolken reichen. Allerlei Volk trifft man auf Straßen und Märkten, ein Tohuwabohu aus Stimmen, Gesichtern und Gerüchen. Aber auch von Gut und Böse.
Noch überwältigender war aber, was ich erst als trüben, blaugrauen Dunst jenseits der Mauern von Neuhafen wähnte: Das Meer! Meine Sinne konnten es kaum erfassen, darauf kann man nicht vorbereitet sein. Der unendliche Horizont, das Rauschen der Wellen, der Wind in meinem Haar, das Salz auf meiner Haut, ich war verloren. Die Fahrt auf dem Schiff - Schwarze Möwe war ihr Name, wie könnte ich ihn vergessen - nach Konkordia kommt mir noch heute wie ein Rausch vor, ein nimmer endendes Hochgefühl. Wie in Ekstase sog ich gierig all die Eindrücke in mich auf, in jeder Sekunde aufs Neue hungrig und durstig nach der nächsten Impression. Nie zuvor war ich den Elementen so nah. Ich leckte mir über Lippen und Haut, versuchte händeringend den Geschmack der See zu konservieren, er ist sicher verwahrt. Die weit aufgerissenen Augen ständig auf der Suche nach der nächsten Impression, bloß nichts versäumen, ein nicht wieder gut zu machender Verlust, eine Vergeudung von Licht und Augenblick.
Gewarnt habt ihr mich, liebe Mutter und guter Vater, vor wilden Orks, gierigen Zwergen und hinterlistigen Menschen. Wie konntet ihr mir Das verschweigen?

Wenn die Häuser von Neuhafen bis in die Wolken reichen, so ragen die Türme von Konkordia in den Himmel. Die Stimme Der Elfenkönigin war jetzt lauter und deutlicher. Schon bald würde ich ihr Waldreich betreten, an ihrem Hof unter meinesgleichen wandeln, die Macht ihrer Krone verstehen. Es gäbe keinen besseren Ort, um mehr über Kultur und Bräuche unserer Völker zu lernen. Doch was hatte ich erwartet? Was glaubte ich dort zu finden? Kaum jemand erwiderte in gleichem Maße die Freundlichkeit meiner Begrüßung. Dieser Ort war kälter als ein Wintersturm. Ein jeder pflegt seine Eitelkeiten und strebt doch nur danach, Ihr zu gefallen, möglichst hoch in Ihrer Gunst zu stehen. Ich musste erkennen, dass vielen unter uns mehr an den Unterschieden gelegen war als an Gemeinsamkeiten, die uns doch früher verbanden. Ein Volk, in meinem Herzen schon, aber nicht mehr in ihren Gedanken. Nur Ihre Nähe, Ihre bloße Anwesenheit, konnten mein Herz erwärmen und mich all die Jahre ertragen lassen. Ich hatte die Bedeutung der Splitter verstanden. Diese Lektion hatte ich gelernt.

Die nächste Etappe meiner Reise war länger und ereignisreicher als ich mir anfangs vorzustellen wagte. Länger als ein Menschenleben sollte sie dauern. Enttäuscht vom eigenen Volk doch voller Tatendrang und Leichtsinn ließ ich die Elfin hinter mir, ergab mich meinem Schicksal und lieferte mich der wogenden See, weißen Segeln und tückischen Winden aus. Klangvolle Namen trugen die Schiffe die es wagten den Elemente trotzen. Zu viele begleitete ich auf ihrer letzten Fahrt, zu viele meiner Kameraden sah ich ihre nassen, kalten Gräber umarmen.
Schlimmer noch als tosende Stürme sind Piraten. Irgendwann musste auch ich eine bittere Niederlage einstecken. Die stolze Elfin, niedergerungen von Stahl und Magie, zu vielen Gegnern und ihrer eigenen Überheblichkeit. Mein Mut, meine Entschlossenheit und auch meine Erscheinung müssen Kapitän Antonio Mendoza de Arranguiz dermaßen beeindruckt haben, dass ich nicht gleich im nächsten Hafen verkauft wurde. Statt dessen wurde ich erst Teil der Besatzung, bald darauf seine Geliebte. Blind vor Liebe warf ich meine Überzeugungen über Bord. Das Leid der Besiegten ließ ich nicht an mich heran, ich verschloss die Augen vor Kummer und Elend der Bezwungenen, wendete mich ab von der Verzweiflung der Unterlegenen. Ich sah nur das was ich so sehr begehrte, diesen Mann, sein Schiff und den ewig blauen Ozean.

Doch auch dieses Kapitel war ebenso plötzlich zu Ende wie es begann. Besonders unter Seeräubern gibt es reichlich Verräter. In einem scheinbar sicheren Hafen wurden wir von Truppen Der Priesterin im Handstreich überwältigt. Ich kann nicht sagen welchen Mächten ich es zu verdanken hatte, dass ich vor die Wahl gestellt wurde, entweder einen frühen Tod freudig zu begrüßen oder meine Fähigkeiten fortan in Ihren Dienst zu stellen. So wurde ich eine ihrer Agenten. Sie ist wahrlich eine Lichtgestalt, die Beschützerin der Hilflosen, Patronin der Aufständischen, Heilige der Verlorenen und Vergessenen. Ihr Glanz vermag noch die dunkelsten Winkel einer Seele zu erhellen. Ihre Anhänger kämpfen gegen Dunkelheit und Schatten. Doch auch sie verfolgt eigene Ziele, getarnt unter dem Deckmantel ihrer Gerechtigkeit und Güte.
Wenn irgendwann Reichtum unbedeutend wird, dann gilt das Streben der Großen dieser Welt etwas anderem: Macht! Sie scheint glänzender als alle Edelsteine, wertvoller als jedes Gold, schwerer als die größten Schatztruhen. Sie ist wie eine Krankheit, die Herz und Verstand befällt. Sie ist der Schatten, der auch das Licht Der Priestern verdunkelt hat. Wir kämpften an ihrer Seite für Hoffnung und Gerechtigkeit, für das Gute in dieser Welt. Doch irgendwann entdeckte ich den Makel, den sie zwischen all den Facetten ihrer Moral verbirgt. Mit der Zeit gelang es mir, mich von ihr zu distanzieren, nicht aber von ihren Überzeugungen, von dem wofür sie eintritt.

Ich begann als Söldnerin arbeiten. Es gibt immer etwas oder jemanden zu beschützen oder zu eskortieren, Personen, Transporte, Veranstaltungen. Eines Tages hatte ich einen ganz besonderen Herausforderer. Wir begleiteten eine Handels-Karawane von Glitterhagen nach Axis. Wir waren wohl ein lohnendes Ziel, nicht nur einen Überfall mussten wir abwehren. Eines Nachts, während meiner Wache, vernahm ich einen Schatten, nur eine kleine Bewegung in der Dunkelheit, eine Unachtsamkeit. Fast elfengleich bewegte sich die Silhouette durch die Nacht, ich war beeindruckt. Dann tat ich etwas Erstaunliches. Leiser als die Eule im Flug überwältigte ich den Eindringling, doch anstatt Alarm zu geben entfernte ich mich mit ihm vom Lager und stellte ich ihn zur Rede. Er sprach von der Ungerechtigkeit in dieser Welt, von Armut und Reichtum, Macht und Ohnmacht, den Starken und den Schwachen. Von Ausbeutung, Unterdrückung und Knechtschaft. Und vom Schattenprinzen! Ich glaubte jedem seiner Worte, denn sie waren mir nicht fremd. Ich gab ihm die Hälfte meines Geldes, er nannte mir im Gegenzug einen geheimen Treffpunkt. Sobald der Auftrag erledigt war begab ich mich auf die Suche, und wurde nicht enttäuscht. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen betrat ich die dunklen Gewölbe einer längst verlassenen Ruine, eine unter einem Dutzend vermummter Gestalten, aber nicht die einzige meines Volkes, das konnte ich spüren. So kam ich zu meinem ersten Einsatz für den Schattenprinzen.
Mein Engagement war nicht kontinuierlich, es gab nicht jeden Tag neue Aufgaben zu erledigen. Mir blieb genügend Freiraum, um weiterhin für Sold zu arbeiten. Mit der Zeit lernte ich die verborgenen Zeichen und Signale zu deuten und so Zugang zu geheimen Treffen zu erlangen. Schnell machte ich mir einen Namen, Rotfuchs wurde ich genannt. Ich profitierte dabei von den Fähigkeiten meiner Herkunft. Meine Spezialität waren das Beibringen von Informationen sowie die Wiederbeschaffung von Wertgegenständen. Ein schlechtes Gewissen hatte ich dabei nicht, es traf immer die Richtigen. Auch heute nehme ich regelmäßig Kontakt mit den Anhängern auf. Mein Können und Wissen sind ihnen stets willkommen. Ob ich den Prinzen jemals persönlich getroffen habe, das bleibt wohl sein Geheimnis.

In all den Dekaden habe ich nie versäumt regelmäßig in die heimatlichen Wälder zurückzukehren. Es ist immer wieder eine Wohltat diese Luft zu atmen und das weiche Gras unter den Füßen zu spüren. Mutter hat stets Tränen in den Augen wenn sie mich in ihre Arme schließen kann, ich aber auch.
Ich traf viele große und mächtige Persönlichkeiten, doch nur einer von ihnen schwor ich ewige Treue, der Hochdruidin. Sie hat mich immer mit offenen Armen empfangen, auch wenn mein Handeln nicht immer ehrenwert war. Ich musste ihr von all meinen Abenteuern berichten, nichts konnte ich ihr verschweigen, sie schätzt mich als Informantin.

Ich bereue nichts.


Familie
Mutter Keanna la Fey ist Dichterin und Sängerin, Vater Mapleas an Danghean Musiker
Geschwister: Thoral der ältere Bruder, Trelanne die ältere Schwester, Fionna die jüngere Schwester, Oakan der jüngere Bruder
Stamm: Verkünder der Jahreszeiten

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